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Rückblick 

Das war das IT Extrazimmer

Studie: Sie würden es wieder tun...

  • IT0110

Das erste IT Extrazimmer des neuen Jahres war einer Studie gewidmet, die sich mit Motivation, Herausforderungen und Problemen junger, forschungsnaher Unternehmen aus dem Informations- und Kommunikationstechnologieumfeld (IKT) befasst.

„Datenschutz und Fragen zum IT Standort Wien sind zwei wichtige Schwerpunktthemen", betonte Friedrich Kofler, Fachgruppenobmann UBIT Wien, Wirtschaftskammer Wien bei der Begrüßung. „Mit derartigen Veranstaltungen wollen wir das Thema IT-Standort Wien wieder mehr in das Bewusstsein der Verantwortlichen rücken. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für IKT-Start-ups zu verbessern. Wir brauchen ein attraktives Umfeld".

 Gründer sind meist jung und gründen bereits während des Studiums

"Im Rahmen dieser Studie wurde darauf abgezielt, qualitative Informationen bezüglich des Gründungsprozesses, des (erfolgreichen) Gründungsteams und der verschiedenen Erfolgsfaktoren von forschungsnahen Unternehmen, wie beispielsweise Universitäts-Spin-offs oder Start-ups, zu sammeln", fasste Studienautor DI Dr. Erich Prem von der eutema Technology Management GmbH zusammen, der diese Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) durchgeführte. „Befragt wurden 24 Unternehmen, die in unmittelbarer Nähe zu IKT-Forschungsarbeiten entstanden. Die Interviews wurden qualitativ ausgewertet. Im Gegensatz zu anderen Untersuchungen ging es nicht um das Erfassen statistischer Daten", so Prem.

Auffallend war, dass viele Gründer der IKT-Start-ups sehr jung sind, studieren oder bereits einen fertigen Universitätsabschluss im Bereich der Informatik haben. Neben Uni-Absolventen finden sich auch „Studienabbrecher". „Viele gründen noch während des Studiums ein Unternehmen mit der - wie sich später herausstellt unrealistischen - Annahme, das Studium später abschließen zu können."

Ein Großteil der Jungunternehmer arbeitete vorher als Freelancer oder ging einer Teilzeitbeschäftigung nach. In der Firmengründung sahen sie die Möglichkeit, sich eine solide Basis aufzubauen, um mit den von ihnen entwickelten technischen Ideen eine wirtschaftliche Grundlage zu erlangen. Die meisten Jungunternehmer hatten zum Zeitpunkt der Gründung bereits ihre ersten Kunden. Die Existenz eines ersten Kunden war eine wesentliche Motivation zur Gründung. Bei einigen Freelancern gaben diese ersten Kunden den eigentlichen Anstoß. „Sie wurden quasi zur Gründung eines eigenen Unternehmens gezwungen. Professoren sind eine ganz wichtige Gründergruppe.

Förderungen wichtig bei Gründung

„Bei der Gründung war den Jungunternehmern vor allem zwei Faktoren wichtig: Die ersten Kunden und die angebotenen Förderungen", so Prem. „Nur wenige Unternehmen haben keine Förderung in Anspruch genommen. In einigen Fällen war sogar eine EU-Förderung Auslöser für die Unternehmensgründung". Einige hätten es ohne „niemals geschafft".

Kritisiert wurden aber die unübersichtlichen Förderlandschaft und die überbordende Bürokratie. „Für viele war es am Anfang schwierig, ihre Kunden vom Wert ihres Produkts zu überzeugen. Zudem hatten Start-ups die Eintrittshürden in den Markt unterschätzt oder das Marktpotential falsch eingeschätzt. Dies habe in Folge zu einem massiven Wechsel bei den verfolgten Geschäftsmodellen geführt. „Die Jungunternehmer sind hier flexibel. Sie sind bereit ihr Geschäftsmodell an die Unternehmensentwicklung anzupassen. Wenn notwendig auch mehrmals".

Ausschreibungen, die gezielt Innovationen unterstützten, könnten Jungunternehmer beim Gewinnen von Referenzkunden unterstützen. „Den Unternehmen geht es dabei in erster Linie nicht um die Finanzierung sondern darum, einen ersten Vorzeigekunden und eine prototypische Applikation vorweisen zu können, um in Zukunft weitere Kunden zu gewinnen", betont Prem. „Leider sind die meisten ausschreibenden Stellen nicht gerade innovationsfreudig".

Alle 24 befragten Unternehmer jedoch würden „jederzeit wieder" ein IKT-Unternehmen gründen. Lange Arbeitszeiten, die über eine herkömmliche 40-Stunden-Woche hinausgehen nimmt ein Großteil der Befragten gerne in Kauf. Auch der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz. „Es wird nicht nur in Teams gearbeitet. In vielen Unternehmen wird auch die Freizeit gemeinsam verbracht".

 

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