Benutzen Sie die Hilfslinks zum Navigieren in diesem barrierefreien Dokument.

Rückblick 

Energieeffizienz dank IT

Veranstaltungsreihe „Was IT alles kann" ging erfolgreich zu Ende

  • Energie

Mit dem fünften Teil „Energieeffizienz dank IKT" ist die gemeinsam von der Stadt Wien und der Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie der Wirtschaftskammer Wien (UBIT) initiierte Veranstaltungsreihe „Was IT alles kann" im Tech Gate Vienna Mittwoch Abend erfolgreich zu Ende gegangen.

Die IKT liefert wertvolle Impulse im Kampf gegen den Klimawandel, sind sich Dipl Ing. Erich Prem (eutema Technology Management GmbH), Dipl. Ing. Andreas Lugmaier (Siemens AG Österreich) und Dr. Stephan Renner (Österreichischen Energieagentur) einig. „Das Einsparungspotenzial der weltweiten CO2 Gesamtemissionen mit Hilfe moderner IKT-Lösungen im Jahr 2020 mit 15 Prozent. Alleine in Europa wäre durch den Einsatz innovativer IKT-Lösungen eine Einsparung von 50 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr möglich", betonte UBIT Wien Fachgruppenobmann Friedrich Kofler einleitend. „IKT liefert einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel". Die durch den vermehrten IT-Einsatz steigenden CO2-Emission durch die IT selbst, seien im Vergleich zur den erzielbaren Einsparungen vernachlässigbar.

Derzeitige business-as-usual Szenarien gehen vom Anstieg der CO2 (Äquivalent) Emissionen von 40 Gigatonnen (Gt) (2002) auf 53 Gt 2020 aus. Die Weltbank schätzt die Kosten auf 5 bis zu 20% der weltweiten Wirtschaftsleistung ohne Gegenmaßnahmen. „Die Kosten für die Verhinderung der gröbsten Schäden liegen aber nur bei einem Prozent", mahnt DI Erich Prem (eutema Technology Management GmbH). „Im Bereich der Energieeffizienz müsse mehr getan werden. Bei einem Wirtschaftswachstum von 3 bis 4% pro Jahr, werden die Emissionen jährlich weiterhin um 2 bis 3% zunehmen. Drastische Maßnahmen sind gefragt". Wie stark der Handlungsbedarf ist, belegen zahlreiche Studien. So kam Gartner 2007 zu dem Schluss, dass selbst unter der Annahme, man setze effiziente Technologien ein, die von der IKT-verursachten Emission um ca. 6% pro Jahr steigen werden. Das Wachstum beruht vor allem auf Entwicklungsländern: Nur einer von 10 Chinesen hat einen PC, 2020 werden es 7 sein. In 10 bis 12 Jahren wird 1 von 2 Chinesen ein Mobiltelefon besitzen und die Hälfte der Haushalte einen Breitbandzugang haben. 2020 wird etwa ein Drittel der Weltbevölkerung einen PC haben (heute ist es einer von 50), 50% ein Mobiltelefon. „das heißt aber auch, dass Entwicklungsländer für 60% der IKT-CO2 Emissionen verantwortlich sein werden.

Die Smart-2020-Studie kommt zum Ergebnis, dass das größte Nutzenpotenzial von Seiten der ITK-Branche, was die angestrebte Reduktion von Menschen verursachter Emissionen von Treibhausgasen angeht, nicht so sehr in der ITK selbst, sondern vielmehr in der intelligenten Anwendung von ITK-Technologien in anderen Branchen liegt. So könnten lt. Smart Studie im Bereich Logistik und Mobilität 2,2Gt, im Bereich Gebäudemanagement 2,4 Gt, im Bereich Produktion/Industrie 1,1 Gt, und durch Intelligente Netze 2,1 Gt an CO2 Emissionen eingespart werden. „Praxisstudien aus UK zeigen: Telearbeiter fahren um 48 bis 77% weniger Kilometer", so Prem. „Telekonferenzen könnten zwischen 5 und 20% der globalen Geschäftsreisen sparen".

Photovoltaik- und Biogasanlagen, Windräder und Blockheizkraftwerke - immer größer wird der Anteil der dezentralen Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Und damit sind die Stromnetze vor neue Herausforderungen gestellt. Um diesen zu begegnen, müssen komplett neue Ansätze gedacht werden. „Virtuelle Kraftwerke als Verbund dezentraler, aber auch zentraler Energieerzeuger ermöglichen es, die Vorteile der einzelnen Systeme zu kombinieren", betonte im Anschluss DI Andreas Lugmaier (Siemens AG Österreich). „Ein Virtuelles Kraftwerk ist eine Zusammenschaltung von kleinen, dezentralen Kraftwerken, wie zum Beispiel Windenergieanlagen, Blockheizkraftwerken, Photovoltaikanlagen, Kleinwasserkraftwerken und Biogasanlagen zu einem Verbund, die gemeinsam von einer zentralen Warte gesteuert werden. Sie ermöglichen eine einfachere, optimierte und damit auch planbare und transparente Betriebsführung.

Smart Grids bilden die Voraussetzung, um regenerative Energiequellen ins Netz zu integrieren und ermöglichen eine stabile Versorgung mit Strom aus Sonnen- oder Windkraft. Ein steigender Energiehandel führt zu einer zusätzlichen Netzbelastung, insbesondere zu Engpässen bei den grenzübergreifenden Netzkupplungen. Eine weiter steigende, fluktuierende Windkrafteinspeisung macht es immer schwieriger oder herausfordernder, die Netze stabil zu halten. Es bedeutet auch gleichzeitig, dass die Netze letztlich für zwei verschiedene Situationen ausgelegt werden müssen, sowohl für Zeiten hoher, als auch geringer Windeinspeisung, wenn konventionelle Kraftwerke die Versorgung sicherstellen müssen.

„Nicht nur auf Unternehmensebene, auch im privaten Bereich gibt es Möglichkeiten die Energieeffizienz zu erhöhen", berichtete Dr. Stephan Renner (Österreichischen Energieagentur). „Mit Smart Metering erhalten Energiekunden Feedback zum eigenen Verbrauchsverhalten". Smart Meter sind elektronische Stromzähler, die es den Energieversorgungsunternehmen ermöglichen die erfassten Zählerstände von Ferne auszulesen. Im Gegensatz zu den Ferraris-Zählern machen digitale Stromzähler „ ... die jährliche Ablesung überflüssig, da die Zählerdaten elektronisch vom Anbieter ausgelesen werden können. Außerdem kann die Höhe des Strombedarfs, z.B. Lastspitzen erkannt, gespeichert, und zu Rechnungszwecken ausgewertet werden." Eine Rechnungslegung könnte monatlich erfolgen (keine Vorauszahlungen bzw. hohe Nachverrechnungen bei Mehrverbrauch). Der Vorteil für den Energieversorger besteht in erster Linie in Form von Kosteneinsparung bei Zählerablesungen sowie verringerter Stromdiebstahl durch automatische Zählerablesung. Eine bessere Lastplanung für Energieversorger durch entsprechende Tarifgestaltung wäre möglich, die Anreize zur Verschiebung von Stromnutzung weg von Spitzenlastzeiten gibt. „Mit bidirektionalen digitalen Stromzählern können auch Elektrogeräte ferngesteuert werden, zum Beispiel die Waschmaschine in Nebenzeiten mit günstigeren Tarifen gestartet werden".

Das war „Was IT alles kann ..."

An fünf Abenden hatten Experten aus Forschung und Wirtschaft Leistungen und Möglichkeiten der Informationstechnologie für heute und morgen präsentiert. Das Themenangebot war breit gefächert: von „Künstliche Intelligenz und Virtual Realities", „Schlüsselforschung Bioinformatik", über „Vielfältige Open Source" bis hin zu „E-Health und Medizininformatik" und „Energieeffizienz dank IKT". So bunt wie die Themen waren auch die Vortragenden. Als Referenten konnten sowohl Universitätsprofessoren als auch Vertreter von kleinen aber ebenso großen Unternehmen gewonnen werden - ein idealer Mix aus Wissenschaft, Forschung und Praxis.

zurück

Kooperation bringts ©
EPU Portal WKO ©
1stlife-Treffen 2010 ©
Das zweite 1stlife Treffen 09 ©
1stlife-Treffen09 ©
UBIT Welcome Club ©
1stlife - Event Juni 08 ©
Forum Einpersonen Unternehmen ©

Navigation

Metanavigation

WKO - Wirtschaftskammer Wien. Information - ITWirtschaftskammer Wien. Information - IT