Diese Woche haben ca. 1.800 Siemens MitarbeiterInnen bei strömendem Regen in
einer Demonstration gegen den Verlust von ca. 1000 Arbeitsplätzen in der Softwareentwicklung protestiert. Der Verlust der Arbeitsplätze bringt nicht nur die betroffenen
MitarbeiterInnen und deren Familien in eine schwierige Situation sondern zeigt auch die Schwächen des IT Standorts Wien. Die Siemens PSE war einer der wenigen Betriebe, die auf
industrieller Basis Softwareentwicklung betrieben und daher für den Standort ein sehr wichtiger Know How Träger war.
In einem Vergleich der Charakteristik einiger international relevanter IKT- Cluster zeigt, dass diese durchschnittlich ca. 40 Mitarbeiter je Betrieb haben, während das in Wien nur
12 sind. Die Wiener I(K)T- Landschaft ist besonders kleinteilig und inhomogen, wo die großen Betriebe fast nur noch Banken- und Konzerntöchter sind.
Die Politik ist gefordert, mit einer gezielten Standortpolitik und der Förderung von lokaler Nachfrage Impulse zu setzen. Wien und die gut ausgebildeten MitarbeiterInnen haben
mehr verdient als zur verlängerten Werkbank der Konzerne zu werden.
26.06.2009, 12:02