In dieser Woche hat die BBG, die Bundesbeschaffungsgesellschaft in der Wiener Zeitung eine eigene Beilage mit vielen Seiten beigelegt, wo sie ihr segensreiches Wirken und alle
ihre 82 MitarbeiterInnen darstellt.
Bei mehr als 5 Millionen Euro Jahresbudget und 173 Verfahren kostete bei der BBG ein Vergabeverfahren 2007 im Schnitt 28.900 Euro. Das ist eben nicht gerade billig und liegt weit
über dem Schnitt von Beratungsleistungen durch externe BeraterInnen. Die Geschäftsführergehälter waren ja auch schon Gegenstand der Berichtserstattung.
Besonders schmerzt auch, dass jetzt auch im Beratungsbereich (z.B. in der Personberatung) Rahmenvereinbarungen abgeschlossen werden, wo dann von den Verwaltungen einzelne
Leistungen abgerufen werden. Es dürfte wohl nicht im Sinne der Grundsätze eines öffentlichen Vergabewesens sein, dass einzelne wenige Anbieter eine privilegierte Stellung erhalten
und die gute Leistung von Spezialisten keine Chance mehr erhält, an Aufträge von Behörden heran zu kommen.
Nachdem derzeit eine KMU-freundlichere Gestaltung des Vergabewesens auf der Agenda steht, wird sich die Wiener UBIT wohl hinsichtlich des Zugangs zu Beratungsaufträgen stark in
diese Diskussion einbringen, auch wenn das primär ein Thema der Bundesebene ist.
20.11.2008, 16:13
Nicht sehr viel und wohl auch ganz im Sinne der BBG steht auf Seite 253 unter "Kosteneinsparung Verwaltung" (!) im Punkt "Vergabe": "Sicherstellung eines generellen Überblicks
über den Zukauf von externen Beratungsleistungen sowie Darstellung der finanziellen Belastungen."
Da müssen wir wohl noch etwas Bewusstseinsbildung betreiben.
24.11.2008, 16:45
Gleichermaßen ereignet sich auch auf Landesebene. Mir erscheint das gebündelte Einkaufen von Beratungleistungen nicht wirklich sinnvoll, da es nur das Entstehen von "parasitären" Meta-Organisationen als Intermediäre fördert. Die eigentliche Beratungsleistung wird dann ja letztlich wieder von selbständigen Beratern erbracht. Darüber hinaus verhindert es Innovation, da in der Bündelung nur mehr die Prozessoptimierung relevant ist. Jedes Ausscheren wäre da eine "Störung".
23.12.2008, 10:34